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Kiss-Syndrom

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Das Kiss-Syndrom ist besonders im Zusammenhang mit Babys und Kleinkindern im Gespräch. KISS steht als Abkürzung für "Kopfgelenk-induzierte Symmetriestörung". Entdeckt und erstmalig definiert hat sie der gelernte Chirurg Heiner Biedermann, der heute als Manualtherapeut in Köln arbeitet.

Das Kiss-Syndrom in der Theorie

Herr Biedermann hat die Theorie entwickelt, wonach das Kiss-Syndrom durch die Geburt entsteht, weil dabei große Kräfte auf den Hals des Babys wirken, wenn es sich durch den Geburtskanal kämpft. Dabei können sich Halswirbel verschieben, die zu einer Blockade in den Funktionssystemen führt, die sich zwischen Kopf und Körper befinden. Eine schiefe Haltung kann Ausdruck des Kiss-Syndroms sein, außerdem Spucken, Sabbern, schlecht schlafen, nur auf einer Seite trinken und eine verzögerte motorische Entwicklung.

Behandelt man diese Störung nicht, sei nach einigen Jahren mit dem Kidd-Syndrom zu rechnen, was sich in Kopfschmerzen, Lern-, Konzentrations- oder Wahrnehmungsstörungen, sozialen Problemen oder Hyperaktivität äußert.

Natürlich muss man als Nicht-Kölner sich nicht auf die Reise begeben, um das Kiss-Syndrom manualtherapeutisch in den Griff zu bekommen. Es gibt in ganz Deutschland mittlerweile Spezialisten auf dem Gebiet, häufig als Osteopathen praktizierend.

Das Kiss-Syndrom - eine Lüge?

Es gibt einige Schulmediziner, die das Kiss-Syndrom für eine Lüge halten. Kinderneurologe Florian Heinen von der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Beispiel behauptet, dass diese Störung eine reine Erfindung sei. Auch sagt auf Spiegel-Online der Orthopäde Ralf Stücker vom Kinderkrankenhaus in Hamburg-Altona, dass es nichts mit dem Kiss-Syndrom zu tun hätte, wenn Kinder nach der Geburt viel Schreien. Auf jeden Fall rät er davon ab, Babys und Kleinkinder zur Diagnosefindung am Hals zu röntgen, da in diesem Alter die Halswirbelsäule weitestgehend aus Knorpel besteht.

Die Wahrheit zum Thema Kiss-Sydrom

liegt vielleicht, wie so oft, irgendwo dazwischen. Schließlich können die Manualtherapeuten und Osteopathen, die das Kiss-Syndrom behandlen sicher eine beachtliche Anzahl an Eltern vorweisen, die froh sind, ihre Kinder bei ihnen in Behandlung gegeben zu haben. Jeder, der Kinder hat, wird andere Eltern kennen, die sich damit schon auseinander gesetzt haben und möglicherweise einen positiven Effekt einer solchen Therapie wahrgenommen haben. Und an dieser Stelle kann man den schönen Ausspruch bringen: "Wer heilt, hat recht." und am Ende müssen doch wieder die Eltern entscheiden, was für ihr Kind gut ist und was nicht. Aber gerade in solchen, nicht ganz eindeutigen Fällen dürfte das schwer sein. Man kann eigentlich ruhigen Gewissens nur den Rat geben, sich mehrere Meinung von Fachärzten einzuholen, bevor man eine entsprechende Entscheidung fällt.

Lese-Empfehlung für Eltern von Kiss-Kindern


 

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