Kinder Themen

...für ein schöneres Leben mit Kindern

 
  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Aktuell Aggressive Kinder spielen lieber brutale Computerspiele

Aggressive Kinder spielen lieber brutale Computerspiele

( 5 Eltern-Wertungen )

Kind spielt ComputerspieleSpielt Ihr Kind Computerspiele? Wissen Sie genau, welche das sind? Immer mehr Eltern überblicken schon längst nicht mehr das, was an Spielen gekauft und am heimischen Computer installiert wird. Dass brutale Spiele immer mehr Fans gerade auch im Grundschulalter finden, mag für manch einen noch verwunderlich erscheinen aber es ist längst Realität. Forscher der Leuphana Universität Lüneburg und der Universität Hohenheim haben nun in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass aggressive Kinder eher brutale Computerspiele spielen.

Es wurden mehr als 300 Schüler der dritten und vierten Klassen von Grundschulen verschiedener Berliner Stadtteile über mehrere Jahre zu ihrem Spielverhalten befragt. Jährlich gaben diese also Auskunft, welche Computer- oder Videospiele sie bevorzugt spielen. Gleichzeitig wurden sie nach Mitschülern befragt, die Ihrer Meinung nach durch einen häufigen Gebrauch von Schimpfwörtern und immer wieder durch aggressives Verhalten wie Hauen und Schubsen auffielen. Zu diesen Themen wurden parallel auch die Klassenlehrer befragt.

Welche Schüler spielen welche Computerspiele?

Zu den Nutzern von Computerspielen konnten die Wissenschaftler 91% der acht- bis zwölfjährigen Schüler zählen. Jeder von ihnen gab mindestens ein digitales Lieblingsspiel an. Man stellte fest, dass sich die Kinder zu Beginn Ihrer Spielleidenschaft weiträumig im Angebot der Hersteller orientieren und mit der Zeit Neigungen und Vorlieben entstehen. Bei diesem Ausprobieren kommen in der Regel immer auch gewalthaltige Spiele zum Einsatz. Allerdings stellte sich heraus, dass aggressive Mädchen und Jungen dann eher eine Vorliebe für dieses Spielegenre entwickeln. Mit der Zeit verfestigt sich dann die bevorzugte Wahl von brutalen Spielen.

Aggressiv durch gewalthaltige Computerspiele?

In dieser Studie bestätigte sich allerdings nicht der häufig genannte Vorwurf, dass sich das Spielen von aggressiven Spielen auch auf das Verhalten der Grundschüler auswirkt, wobei sich diese Feststellung nur auf die untersuchte Gruppe der acht- bis zwölfjährigen Schüler bezieht. Die Entwicklungspsychologin Maria von Salisch gibt dennoch zu bedenken: „Wir können nicht ausschließen, dass eine verfestigte Vorliebe für gewalthaltige Bildschirmspiele nicht vielleicht doch im Laufe einer Spielerkarriere zu einer größeren Gewaltbereitschaft führen kann.“ Schließlich wurde gerade bei älteren Jugendlichen schon belegt, dass sich die Wahl der Spiele und ihr Spielverhalten auf deren Verhalten negativ auswirken kann.

Diese Studie ist im Fachmagazin "Media Psychology" erschienen.

Maria von Salisch, Jens Vogelgesang, Astrid Kristen & Caroline Oppl (2011): Preference for Violent Electronic Games and Aggressive Behavior among Children: The Beginning of the Downward Spiral?, Media Psychology, 14:3, 233-258 (doi: 10.1080/15213269.2011.596468)

Foto: © Firma V - Fotolia.com


 

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung dazu! Wir freuen uns auf Ihre Erfahrung.


Sicherheitscode
Aktualisieren

Weitere Kinder-Themen:


Kinder in Obhut des Jugendamts

Das statistische Bundesamt hat ermittelt, dass 2007 pro Tag 77 Kindern in die Obhut des Jugendamt gekommen sind. Das sind 28200 Kinder pro Jahr. 435 Kinder wurde sogar gegen den Willen der Eltern aus der Familie herausgenommen. Jugendämter nehmen Kinder und Jugendliche in Obhut, die sich in einer schwierigen und sie gefährdenden Situation befinden. Dies geschieht auf eigenen Wunsch der Kinder (7000 Mal im letzten Jahr) oder durch Hinweise der Polizei oder Bildungseinrichtungen.

3000 Kinder (das sind ca. 11 Prozent) wurden an Orten aufgegriffen, an denen Drogenhandel praktiziert wurde oder Bordelle betrieben wurden. Bei knapp einem Viertel der Kinder, die Hilfe durch das Jugendamt erfahren haben, ging es um Vernachlässigung oder Anzeichen von Misshandlungen oder sexuellem Missbrauch. Die Dunkelziffer in Sachen Missbrauch und Misshandlungen dürfte um einiges höher sein.

 


Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)