Der Kindergarten bringt Kindern Spass. Er fördert ihre soziale Kompetenz. Er ist die beste Vorbereitung für die Schule. Letzteres wurde nun durch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftförderung bewiesen.
Bei der Schuleingangsuntersuchung haben Kindergartenkinder einfach bessere Karten und werden seltener zurückgestellt. Erfreulicherweise gilt dies auch für Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus sozial schwachen Familien. Voraussetzung für den positiven Effekt: die Kinder haben bereits ab dem dritten Lebensjahr den Kindergarten besucht. Wenn sie nämlich nur ein Jahr vor der Schule den Kindergarten besucht haben, konnte kein wesentlicher Unterschied erkannt werden.
Für die Studie wurden alle Kinder eines Jahres, die eingeschult werden sollten, untersucht. Hierbei kamen standardisierte Verfahren zum Einsatz, um sprachliche und motorische Fähigkeiten in Bezug auf Schulreife zu testen. Das Ergebnis war eindeutig. Kinder von gut ausgebildeten Eltern werden immer öfter vorzeitig eingeschult, Kinder aus sozial schwachen Familien oder mit Migrationshintergrund haben es schwerer und zeigen überproportional häufig Entwicklungsdefizite, weshalb sie vom Schuleintritt zurückgestellt werden mussten.
Dies trifft auf jedes zweite Kind zu, bei dem die Eltern keinen formalen Bildungsabschluss erreicht haben. Mit einem mittleren Bildungsabschluss der Eltern ist es nur zu 28% wahrscheinlich, dass deren Kinder zurückgestellt werden. Kinder aus Akademikerhaushalten schnitten erwartungsgemäss deutlich besser ab. Hier traf nur 8% der Kinder die Rückstellung. Es zeigt sich also im Vergleich zu den Eltern ohne Bildungsabschluss ein Unterschied von 42%.
Die positive Wirkung des Kindergartens: mit ihm holen Kinder aus bildungsfernen Haushalten nahezu alles auf, wenn sie bereits ab dem dritten Lebensjahr den Kindergarten besucht haben. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung veringert sich dann bei Kindern aus diesen Familien von 50 auf 13%.
Jeder Kindergarten hat sein eigenes Konzept. Daher wird die Vorbereitung auf die Schule immer unterschiedlich ausfallen. Aber den positiven Effekt auf die Entwicklung unserer Kinder wurde durch diese Studie eindeutig bestätigt.
Quelle: „Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchung zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung“ (SOEPpaper Nr. 100) des Instituts für Wirtschaftsförderung
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