Ziel der Vorschule im Kindergarten ist es, die Kinder bereits an das Lernen in der Schule heranzuführen. Sie sollen also üben, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und Schreib- und Rechenübungen gewissenhaft auszuführen. Dazu tragen verschiedenste Übungen bei, die in den Kindergärten durchgeführt werden.
Wenn Sie möchten, dass Ihr Kind ein Vorschulprojekt im Kindergarten besucht, sollten Sie es lieber nicht in einer Kindertagesstätte anmelden, in der Drei- bis Sechsjährige in einer Gruppe sind. Hier fehlen in der Regel die Zeit und das Personal, um eine qualifizierte Vorschule im Kindergarten durchzuführen. Zwar werden vereinzelt Kurse mit anderen Bildungseinrichtungen - zum Beispiel bei privaten Vorschulen - angeboten, was aber für Sie zusätzliche Kosten und Wege verursacht.
Die Vorschule wird im letzten Kindergartenjahr durchgeführt. Hier werden mit den Kindern zum Beispiel verschiedene Einrichtungen besucht. Dazu gehört auch ein Schulbesuch in der jeweiligen Grundschule, in der die Kinder angemeldet werden.
Weiterhin sind zum Beispiel Besuche eines Theaterstückes, aber auch in Büchereien und verschiedenen Ämtern möglich. Eventuell erfolgt auch ein Besuch bei Firmen in der Umgebung, um die Kinder für technische Dinge zu interessieren und zu begeistern. Auch für Mädchen kann dies sehr interessant sein. Auch Besuche bei der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und bei der Polizei stehen auf dem Programm. Letztere üben mit den Kindern auch das Verhalten im Straßenverkehr, damit sie bis zur Einschulung sicher unterwegs sind.
Außerdem geht es in den Vorschulprojekten zum Beispiel um Buchstaben, Zahlen, die Natur und die Umwelt, die Mülltrennung und -vermeidung sowie um Farben und Formen. Diese Themen werden meist in einem festen zeitlichen Rahmen behandelt, zum Beispiel in zwei Wochenstunden. Durch jedes Vorschulprojekt sollen die Kinder in der sozialen Kompetenz gestärkt werden, ein größeres Selbstbewusstsein entwickeln und somit besser auf die Einschulung vorbereitet werden. Die Sprachkompetenz der Kinder soll durch entsprechende Spiele deutlich verbessert werden. Verschiedene Übungen und Spiele sollen auch eine bessere Fein- und Grobmotorik der zukünftigen Schüler ermöglichen. Sonst kann es Ihnen passieren, dass spätestens bei der Schuluntersuchung darauf hingewiesen wird, dass Ihr Kind einen Psychomotorikkurs an einer externen Bildungseinrichtung wie zum Beispiel der Volkshochschule besuchen muss, was wiederum zu nicht unerheblichen Kosten in Ihrem finanziellen Budget führen kann. Einige Gesetzliche Krankenkassen (GKV) übernehmen zwar diese Kosten, aber eben nicht alle, und wenn, dann nur über einen befristeten Zeitraum. So ist es besser, wenn die Grob- und Feinmotorik sowie die Sprachentwicklung bereits im Kindergarten entsprechend geschult und verbessert werden.
Im Vorschulprojekt werden auch erstes Rechnen und das Erfassen von Mengen geschult. Alltags- und Spielmaterialien sollen subtrahiert und addiert werden. So lernen die Kinder anhand einfacher Beispiele das Rechnen. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Kinder frei zählen lernen, also ohne die Finger zur Hand zu nehmen. Das Zählen mit den Fingern wird in der Grundschule von den Lehrern nicht gern gesehen, da es nur schwer wieder abzugewöhnen ist.
Die Vorschule läuft in der Regel bis zur jeweiligen Einschulung des Kindes. Wird es um ein Jahr vom Unterrichtsbesuch zurückgestellt, kann es diese Projekte noch einmal durchlaufen, wenn die Eltern dies wünschen.
Hiermit haben Sie einen ersten kleinen Einblick über die Möglichkeiten von Vorschulprojekten im Kindergarten erhalten. Sprechen Sie die Erzieherinnen in Ihrem Kindergarten auf solche Projekte an oder informieren Sie sich bereits vor der Anmeldung im jeweiligen Kindergarten über deren Vorschulprojekte. Sie werden staunen, wie Ihre Kind in der Vorschulphase aufblüht und es am Ende kaum erwarten kann, in die Schule zu gehen.
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