Schulkinder

Internetsucht bei Teenagern

Internetsucht Heutzutage sind Computer aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Schon Schulkinder brauchen für ihre Hausaufgaben öfters verschiedene Informationen aus dem Internet. In diesem Fall sind Computer sehr sinnvoll und hilfreich. Viele nutzen den Rechner aber auch zum Spielen, Surfen oder Chatten. Solange die Nutzung des Computers nur einen Teil der Freizeit ausmacht und sich die Kinder und Jugendlichen auch mit anderen Dingen beschäftigen, ist alles im grünen Bereich. Problematisch wird es, wenn bei der Nutzung des Computers das Zeitgefühl verloren geht und Mahlzeiten, Termine und schlimmstenfalls sogar Freunde vernachlässigt werden. Der Übergang zur Sucht ist meist fließend.

Wie erkennt man, ob das eigene Kind gefährdet ist?

Ein deutliches Warnzeichen ist der Leistungsabfall in der Schule. Betroffene sind oft leicht reizbar, lustlos und von anderen Aktivitäten wenig begeistert. Wenn soziale Kontakte nur noch online gepflegt werden und „echte“ Freunde immer weniger werden, kann das auch ein Hinweis auf eine Internetsucht sein. Jungen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren sind für Computersucht besonders anfällig.

Wenn über einen längeren Zeitraum mindestens 3 der folgenden Merkmale erfüllt werden, spricht man von einer Sucht.

  • Kontrollverlust: Betroffene können mit dem Spielen, Surfen oder Chatten nicht mehr aufhören.
  • Toleranzentwicklung: Um dieselbe Befriedigung zu erlangen, müssen Betroffene immer länger am PC bleiben.
  • Entzugserscheinungen: Auf Computerverbot reagieren Betroffene oft unruhig oder aggressiv.
  • Vernachlässigung des Alltags: Für Schule, Freunde oder andere soziale Aktivitäten bleibt immer weniger Zeit.

Wie kann man Internetsucht verhindern?

Eltern sollten sich von ihren Kindern immer zeigen lassen, womit sie ihre Zeit am Computer verbringen und auch mit ihnen darüber reden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät, dass Kinder unter 3 Jahren nicht am Computer spielen sollten. Im Alter zwischen 3 und 5 Jahren sollte die Zeit am Computer täglich nicht mehr als 30 Minuten betragen. Kinder bis 10 Jahre sollten höchstens 1 Stunde am Tag am Computer verbringen und es sollte immer ein Elternteil dabei sein. Bei Jugendlichen kann man ein Wochenbudget für die Zeit am Computer von beispielsweise 8 Stunden vereinbaren. Eine tägliche Computernutzung von über 4 Stunden sind bei Jugendlichen schon bedenklich.

Kinder und Onlinespiele

Beim altersgerechten Umgang mit Onlinespielen helfen folgende Tipps.

  • Klare Regeln vereinbaren: Es sollten mit dem Kind klare Regeln und Zeiten für die Computernutzung vereinbart werden, die dann auch eingehalten werden müssen. Außerdem sollte die Zeit vor dem Fernseher mit berücksichtigt werden.
  • Auf die Spiele schauen: Passende Onlinespiele sollten gemeinsam mit dem Kind ausgesucht werden. Eltern sollten sich einen Überblick über den Inhalt der Spiele verschaffen.
  • Auf das Kind schauen: Eltern sollten darauf achten, welche Spiele das Kind nutzt und ob es dadurch sein Verhalten ändert. Kinder reagieren unterschiedlich auf die Anforderungen oder Darstellungen in den Spielen.
  • Mit dem Kind spielen: Elektronische Spiele sollten gemeinsam genutzt werden. Eltern sollten sich die Spiele, die das Kind spielt, erklären lassen.

Was können Eltern tun, wenn sie eine Internetsucht des Kindes befürchten?

Eltern sollten auf jeden Fall mit ihrem Kind in Kontakt bleiben und offen über ihre Befürchtungen reden. Hin und wieder mahnen, dass das Kind den Computer ausschalten soll, reicht nicht aus. Das Kind sollte sich ernst genommen fühlen, um die aufgestellten Regeln für die Computernutzung zu akzeptieren. Diese Regeln mit ihren Folgen müssen konsequent eingehalten und durchgesetzt werden. Ein generelles Computerverbot hat allerdings wenig Sinn, da das Kind ja lernen soll, verantwortungsvoll und bewusst mit dem Internet umzugehen. Bei einem vollständigen Computerverbot kann es das nicht.

Und wenn man nicht mehr an das eigene Kind herankommt?

Wenn das Kind nicht mehr zuhört und die Eltern nicht mehr an das Kind herankommen, können sie sich professionelle Hilfe bei einer Erziehungs- oder Suchtberatungsstelle holen. In jedem Bundesland gibt es auch Fachstellen zur Suchtprävention, die bei Fragen zur Verfügung stehen.
   

Foto: © Tatyana Gladskih - Fotolia.com

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