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Babyfeuchttücher im Test

( 7 Eltern-Bewertungen ) 

BabyfeuchttucherFeuchttücher sind praktisch, machen schnell sauber und riechen unverschämt gut nach Baby. Und sie stecken voller Chemie - wie die Zeitschrift Ökotest jüngst berichtete. Man sollte meinen, dass in Deutschland Babyprodukte härtesten Kontrollen und strengsten Schadstoffgrenzen unterliegen. Wer das glaubt, der irrt gewaltig.

Ökotest prüfte 43 unterschiedliche Babyfeuchttücher und fand teilweise gefährliche Chemikalien. Neun Marken fielen mit mangelhaft und ungenügend durch. 14 Produkte bestanden mit der Note "sehr gut".

Neun Produkte fallen durch

Getestet wurden unter anderem prominente Marken wie „Beauty Baby Sensitiv“ von Müller Drogeriemarkt, „Bübchen Sensitive“, „Hipp Baby Sanft Sensitiv“, „Huggies Baby Wipes Pure“, „Mamia Baby Sensitiv“ von Aldi Süd, „Real Quality Feuchttücher“, „Babydream Feucht-Comfort“ des Drogisten Rossmann, „Beauty Baby Extra Weich“ von Müller Drogeriemarkt und „Mamia Baby“ von Aldi Süd. Mehrere der getesteten Babyfeuchttücher enthalten Polyaminopropyl Biguanide (PHMB). Dieser Stoff wird zur Haltbarmachung verwendet und gilt als krebserregend, erbgutschädigend und fortpflanzungsgefährdend. Schon das Einatmen kann giftig sein, so wird vermutet.

Insgesamt neun der 43 getesteten Babyfeuchttücher fallen mit den Noten "mangelhaft" und "ungenügend" durch. Darunter sind auch Produkte mit der Kennzeichnung "sensitiv". "Sensitiv" steht lediglich dafür, dass kein Parfüm enthalten ist. Verzichtet wird heute laut Ökotest auf schädliche Parabene, Formaldehyd und Formaldehydabspalter sowie Methylisothiazolinon.

Die Mehrheit der durchgefallenen Feuchttücher-Marken haben angekündigt, auf die Verwendung der schädlichen Chemikalien in Zukunft zu verzichten oder verzichten bereits darauf. Beispielsweise verwendet Hipp seit November 2015 keine der schädlichen Stoffe mehr. 14 der 43 getesteten Produkte wurden von Öko-Test mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet. Unter ihnen Marken wie "Sensitive Wipes Aloe Vera" von Natu, "Elkos Baby Sensitive Feuchttücher" von Edeka und die DM-Marke "Babylove Sensitive".

Warmes Wasser statt kalter Einweglappen

Stiftung Ökotest und Hebammen sind sich seit Jahren einig: Die Verwendung von Einwegfeuchttüchern sollte tunlichst vermieden werden. Die Hersteller werben mit Inhaltsstoffen, die sanfter oder purer seien als Wasser. Dabei findet sich neben Wasser noch eine ganze Menge Chemie in den Tüchern, damit die Tücher nicht schimmeln und sie feucht bleiben.

Daher ist durch den Test nun bestätigt: Ein feuchter Waschlappen mit warmen Wasser ist nicht nur umweltschonender, sondern auch gesünder für Babys Po. Zudem mögen die wenigsten Babys das kalte und nasse Gefühl an ihrem Po, das die Einweglappen hinterlassen. Zudem wird die Reinigungskraft von Wasser regelmäßig unterschätzt. Allein die Tatsache, dass PHMB mittlerweile für die Erwachsenenkosmetik verboten ist, macht stutzig. Würden Sie die Haut Ihrer Kinder wirklich mit Schadstoffen belasten, die Sie für Ihre eigene Haut nicht einmal verwenden würden?

Foto: © SpaPartners / Fotolia.de

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