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Schadstoffe in Kinderkleidung

schadstoffe-in-kinderkleidungEltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Da verwundert es auch nicht, dass gerade für die Bekleidung gerne etwas tiefer in die Tasche gegriffen wird, suggerieren die hohen Preise doch eine längere Haltbarkeit. Eine im Auftrag von Greenpeace durchgeführte Studie ergab nun jedoch, dass auch teure Waren mit schädlichen Zusätzen versehen sein können.

 

Belastende Stoffe nachgewiesen

Greenpeace hatte seine Untersuchung vorrangig darauf gestützt, insgesamt drei Chemikalien in den Textilien aufzuzeigen, die allgemein, insbesondere aber am Körper eines Kindes zu Hautirritationen führen können oder im Verdacht stehen, chronische Krankheiten hervorzurufen. Hierbei handelte es sich zunächst um die sogenannten Weichmacher, die die Fasern der Bekleidung sanfter erscheinen lassen sollen sowie kleinen Applikationen auf dem Shirt oder der Hose mehr Flexibilität verleihen. Ebenso wurde das Vorkommen der per- und polyfluorierten Verbindungen geprüft, die dafür sorgen, dass die Anziehsachen auch bei Wind und Wetter etwas länger halten und die Farben nicht ausbleichen. Letztlich fand ebenso eine Ermittlung der Nonylphenolethoxylate statt, die zur besseren Reinigung eines Kleidungsstücks führen.

Hohe Belastungen entdeckt

Die Ergebnisse, die Greenpeace kürzlich vorlegte, schockieren. So wurde der Einsatz der drei genannten Chemikalien gerade bei geringpreisigen Waren bislang zwar vermutet. Die berechtigte Hoffnung, zumindest die hochwertigen Markenartikel würden darauf verzichten, zerschlug sich. In nahezu allen Proben wurden die Weichmacher entdeckt. Zwei Drittel der Produkte enthielten die Nonylphenolethoxylate. Auch die PFC-Verbindungen ließen sich in den meisten Kleidungsstücken nachweisen. Für die Kinder lauern darin unsichtbare Gefahren. Krebserregende Stoffe oder solche, die langfristig das Immunsystem schwächen, scheinen gemäß dieser Studie immer häufiger für Textilien eingesetzt zu werden. Leider bewahrt auch der Erwerb der Markenprodukte im Regelfall nicht vor der Verseuchung mit jenen Krankmachern. Doch wie können die Eltern ihren Nachwuchs beim Kleiderkauf nun eigentlich schützen?

Nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen

Natürlich ist es im Shop oder dem Onlinehandel in der Regel nicht möglich, sich binnen weniger Minuten über die in einem Kleidungsstück verarbeiteten Chemikalien zu erkundigen. Selbst die Verkäufer und Ladenbetreiber werden darüber zumeist nicht fachkundig berichten können. Auch das Aussehen des Shirts oder des Pullovers deutet üblicherweise nicht auf den Einsatz schädlicher Stoffe hin. Bislang konnten die Eltern also nur darauf vertrauen, mit den nicht selten teuren Produkten der bekannten Unternehmen auch die gesundheitlich unbedenkliche und umweltschonende Herstellung des Artikels zu erwerben. Die von Greenpeace vorgelegten Ergebnisse lassen aber sogar dieses Kaufkriterium nichtig werden.

Das Siegel entscheidet

Auch in der Bekleidungsbranche hat sich in den letzten Jahren die Einführung der Gütesiegel als hilfreich erwiesen. Diese sollen die unbedenkliche Produktion, die reduzierten gesundheitlichen Risiken oder den fairen Handel unterstreichen. Allerdings warnt Greenpeace ebenso davor, den Emblemen blind zu vertrauen. Einige von ihnen würden nach nicht eben kritischer Überprüfung der Waren vergeben, andere würden in der Begutachtung der Bekleidung zudem nicht gründlich genug auf alle möglichen Chemikalien eingehen. Dennoch können derartige Siegel einen objektiven Anhaltspunkt für die Güte der Artikel darstellen – insbesondere dann, wenn sie wie der sogenannte Blaue Engel staatlich anerkannt sind. Damit ist ein erster Schritt des sicheren Kleidungskaufs geschafft.

Muss man unbedingt dem Trend folgen?

Eine solide Basis des unbedenklichen Erwerbs der Bekleidung liegt aber auch darin, nicht zwingend auf Markenprodukte zu achten und damit vielleicht sogar dem Trend innerhalb der Schulklasse ein wenig entgegenzutreten. Viele Anbieter legen bereits heute einen großen Wert auf die umweltschonende und gesundheitlich risikofreie Herstellung ihrer Waren. Diese halten durch natürlich Beigaben oft länger und sind zudem ebenfalls hochwertig verarbeitet. Es genügt also oftmals, dem Vorgehen des Produzenten einen kritischen Blick zu widmen und anschließend einen fairen Preis für jene Anziehsachen zu bezahlen, die das Kind sorgenlos tragen kann. Das hilft den Eltern ebenso wie ihrem Nachwuchs, schont aber gleichzeitig die Natur und sorgt erst damit für eine tatsächlich sicherere Zukunft für die kommende Generation.

Foto: © JackF - Fotolia.com

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