Wenn Ihr Baby schreit, will es auf seine Art sagen: "mich bedrückt etwas". Was genau der Grund des Schreiens ist, lässt sich nicht immer zweifelsfrei sagen. Mit etwas Erfahrung können die frisch gebackenen Eltern zumindest grundsätzlich erkennen, wie schlimm der Kummer ist. Sie reagieren dann in der Regel instinktiv richtig, wenden sich Ihrem Baby zu und versuchen, es zu trösten. Dies geht natürlich am besten mit körperlicher Nähe.
Lassen Sie ihr Baby nicht einfach schreien!
Vergessen Sie den Spruch „das Schreien ist gut für das Baby, denn es kräftigt die Lungen“. Es stimmt nicht! Schreien ist vor allem ein Ausdruck von Unzufriedenheit, ist Stress, den Sie ernst nehmen sollten. Bitte fangen Sie nicht in den ersten Lebensmonaten schon an, Ihr Baby zu erziehen. Das bringt nichts und ist viel zu früh. Entweder fehlt es Ihrem Baby, wenn es schreit, an Nahrung, Nähe, Ablenkung oder es hat Blähungen und dadurch Schmerzen. In letzterem Fall legen Sie einfach Ihre Hand auf den Bauch des Babys. So fühlen Sie, wenn der Bauch aufgebläht ist. Wenn sich der Verdacht bestätigt, hilft Ihrem Baby ein Tee mit Fenchel und Kümmel.
Schon wieder Hunger?
Die letzte Mahlzeit ist noch gar nicht lange her und das Baby hat offensichtlich schon wieder Hunger? Das kann gerade in den ersten drei Monaten ganz normal sein. Die Faustregel der Hebammen, mindestens zwei Stunden Pause zwischen den Stillmahlzeiten einzuhalten, ist überflüssig. Ungefähr ein bis eineinhalb Stunden bleibt die Muttermilch im Magen, bevor sie in den Darm gelangt. Wenn Sie das sichere Gefühl haben, Ihr Baby hat Hunger, dann stillen Sie es, ohne zu genau auf die Uhr zu schauen.
Eltern von Schreibabys brauchen Hilfe
Wenn das Schreien Ihres Babys kein Ende findet, entstehen für Sie und Ihr Kind eine Extremsituation. Man spricht dann von Schreibabys. Laut Definition (3er-Regel) der Kinderärzte sind Schreibabys Kinder, die am Stück 3 Stunden lang brüllen, das an 3 oder mehr Tagen pro Woche und das mindestens über 3 Wochen. Hier sollten Sie sich professionelle Hilfe holen, um die Ursachen festzustellen und eine für Sie passende Form der Therapie zu finden. In einer Schreiambulanz bekommen Sie Unterstützung in dieser schwierigen Zeit, lernen Wege, Ihr Kind zu beruhigen und erarbeiten für Ihr Baby optimale Ruhe- und Aktivitätsphasen.
Photo: Thomas Kerzner / www.photocase.de





